Offene Linien

 

 

Eine offene Linie ist eine Linie ohne jegliche Bauern; eine halboffene Linie dagegen eine, in der nur Bauern des Gegners stehen.

 

 

 

 

Der Besitz einer offenen Linie stellt einen unbestreibaren positionellen Vorteil dar. Deshalb besteht eine der strategischen Aufgaben im Schach darin, offene Linien mit Türmen zu besetzen (sofern diese auf dem Brett vorhanden sind; die Dame wird zu diesem Zweck nur selten eingesetzt), um auf die gegnerische 7./8. Reihe einzudringen (bzw. 1./2. Reihe aus schwarzer Sicht), wo in der Regel die meisten gegnerischen Kräfte postiert sind.


Um eine bereits offene Linie zu erobern, muß man sie lediglich noch mit einem Turm besetzen. Doch dies reicht nicht immer aus. Der Gegner kann seinerseits diese Zugstraße beanspruchen und dort einen eigenen Turm in Stellung bringen. In einer solchen Situation kann man zur Methode der Verdopplung (oder Vertripelung) der eigenen Schwerfiguren greifen. Derjenige, der dies zuerst tut, erlangt in der Regel auch die Kontrolle über die Linie.

 

 

 

 

Wenn man die Schwerfiguren vertripelt, steht die Dame am besten hinter den Türmen!
Wenn die Türme eine Linie erobert haben und hinter die feindlichen Linien eingedrungen sind, beginnen sie, dort sehr unangenehme Drohungen aufzustellen. Die Verdopplung auf der 7. (bzw.2.) Reihe ist dabei besonders gefährlich:

 

 

 

Linienöffnung läßt sich durch Bauernunterminierung erzielen:

man rückt einen Bauern vor, bis dieser Kontakt mit einem seiner gegnerischen Kollegen hat, tauscht ihn  und die Linie, auf der der eigene Bauer vorgerückt ist, ist nicht mehr blockiert. Ein solcher Vorstoß will aber gründlich vorbereitet sein: es ist sehr wichtig, daß vor oder direkt nach dem Tausch der eigene Turm in der zu erobernden Linie erscheinen kann.