Thema 21. Beurteilungsschema Phase 2

 

 

 

Fortsetzung folgt.

In dieser Sitzung werden vertiefende Beurteilungselemente des Beurteilungsschemas der vorhergehenden Stunde vom 27.11.2018 hinzugefügt.

 

Hierbei handelt es sich um zukünftige Pläne sowie Optionen des weiteren Spielverlaufs einer Partie.

Letztlich dienen diese dazu, eine noch präzisere Einschätzung der Stellung zu erlangen,

da bereits wichtige Elemente der unmittelbar zukünftigen Spielentwicklung in der Beurteilung Berücksichtigung finden.

 

Beispielhaft möchte ich hier die Auswirkungen eines Figurenabtauschs nennen.

Nachdem Figuren eines Abtauschs weg sind, ergibt sich durchaus eine veränderte Situation für die gespielte Strategie, die bereits im Vorfeld bedacht werden sollte!

Aus diesem Grunde sind diese Elemente eine gute Hilfe um die Wertigkeit eines Tausches mit seinen Auswirkungen zu beurteilen.

 

Diese neuen Elemente sollten jedoch erst angewandt werden, wenn das Grundschema der Phase 1 verstanden ist und sicher gehandhabt werden kann.

 

Es empfiehlt sich seinen Spielplan vor der Beurteilung zu notieren und die optionalen Zugfolgen heraus zu arbeiten.

Das mitgelieferte Beispiel Nummer 1 der Datenbank bietet hier eine gute Leitlinie wie solch eine Beurteilung aussehen kann.

Dieses Beispiel wird im Video Schritt für Schritt erläutert, sodass der interessierte Schachfreund zu jedem Punkt innerhalb des Dokuments seine eigenen Gedanken, Erklärungen hinzufügen kann.

 

Im einzelnen wird das Schema II um eine Ankündigung des eigenen Planes erweitert.

Schon dieser kann optional sein, wenn der Gegner einen in der Planung nicht berücksichtigten Zug macht.

Jedoch macht eine Schachpartie ohne Plan keinen Sinn :-)

 

Zusätzlich werden in den einzelnen Abschnitten der Reihen 1 bis 3 Neuerungen eingeführt.

Alle Neuerungen werden per Video erklärt und sind gleichfalls im Dokument erlesbar.

 

1. Reihe:

Hier wird die zukünftige Abwägung meiner Strategie mit einbezogen. Welche Auswirkungen können sich ergeben.

 

2. Reihe:

die Entwicklung meiner E- Steine wird von jetzt an unter dem Gesichtspunkt der jeweiligen Strategie betrachtet.

Schlagen eines gegnerischen Steines ist nicht mehr T+, wenn dieser zurück schlagen muss, sondern eine Auswirkung die in Punkt 2.6 gesondert beurteilt wird.

Es werden alle Räume beurteilt.

 

3. Reihe:

Analog zur Reihe 1 werden zukünftige Auswirkungen auf S, I, IA beurteilt.

Wie diese im einzelnen gehandhabt werden und sich in der Beurteilung niederschlagen wird eingehend im Video vermittelt.

 

Wirkt dies alles anfänglich unüberschaubar und nicht endend wollend, so ändert sich dies sehr schnell mit zunehmender Übung.

Es entwickelt sich ein tieferes Stellungsgefühl, der Blick für die einzelnen Elemente der Stellung wird geschärft.

Dies erfordert jedoch Zeit und Übung.

Aus diesem Grunde ist es ratsam, wie anfangs bereits erwähnt, erst mit Phase II zu beginnen, wenn alle Elemente der Phase I ohne Probleme abgearbeitet werden können.

 

Am Ende wird der Schachfreund mit einer fundierten Stellungsanalyse belohnt, die es ihm sehr gut möglich macht den nächsten geeigneten Zug recht zielsicher zu ermitteln.

Von daher ist es die Mühe wert :-)

 

Ich hatte viel Spaß in dieser, aus meiner Sicht betrachtet, recht kurzweiligen Stunde.

Mit Spannung erwarte ich das Thema Allgemeine Beurteilung vor Beginn meiner Zugsuche.

Denn, nach dem Zug ist bekanntlich wieder vor dem Zug.

 

In diesem Sinne

S.Kietzmann