Rezension von Swen Kietzmann 01.04 2019

 

 

Schwache Felder

eine neue Betrachtungsweise

 

Das Thema der Einheit sind schwache Felder. Hört sich vielleicht erst einmal unspektakulär an, ist es jedoch nicht.

Vielmehr geht es neben den geläufigen Kriterien, welche gleichfalls eingehend erläutert werden, um die nicht sofort ins Auge springenden Eigenschaften welche zu Tage treten können. Ich möchte sie als indirekte Wirkung bezeichnen!

Gemeinhin werden unbesetzte Felder, welche als schwache Felder zu erkennen sind als solche benannt.

Steht ein Stein auf solch einem Feld so wird in der gängigen Schachliteratur von einem schwachen Punkt gesprochen.

Kennzeichnend für schwache Felder ist, dass diese nicht von benachbarten Bauern geschützt werden.

Daraus ergeben sich für den Angreifer die Möglichkeiten solche Felder als Stützpunkt zu nutzen, indem diese mit einer Figur besetzt werden. Diese Figur kann entweder offensiv, greift wichtige Felder/Punkte an, oder defensiv als Blockadestein, wirken.

Solche Schwächen können gar ganze Feldkomplexe betreffen, z.B eine Diagonale einer Farbe.

Hier bietet sich die Möglichkeit für den Angreifer dies mittels Läufer oder Dame auszunutzen.

Letztendlich beleuchten die im Video und der Datenbank befindlichen 7 Beispiele nicht nur die offensichtlichen Punkte, sondern viel mehr das im Vorfeld Erkennen einer Möglichkeit solche Schwachpunkte zu erzeugen bzw. vermeiden. Soll heißen im Vorfeld zu erkennen wo die Gefahren/Möglichkeiten liegen.

Darüber hinaus gibt es Felder/Punkte welche per Definition nicht als solche gelten, sie es dennoch sind, also einer indirekten Wirkung entspringen.

Solche gilt es zu erkennen, um ein tieferes Stellungsverständnis zu erlangen!

 

In den 7 recht komplexen Beispielen vermittelt ICCF-GM Pirs den komplexen Sachverhalt der sich dahinter verbirgt.

Nicht immer können schwache Felder/Punkte vermieden werden, manchmal ist die Schaffung Bestandteil des eigenen Planes. Eventuell bringt die Schaffung eines solchen Feldes gar einen Vorteil, indem im gegnerischen Lager durch eigene Steine eine viel größere Schwäche geschaffen werden kann.

Ich möchte hier auf die Begleittexte in der Datenbank hinweisen. Diese erläutern sehr ausführlich die gesamte Thematik. Verlinkungen innerhalb der Texte führen gleich zu thematisch passenden Beispielen. So können mittels Video, Text und eigenen Überlegungen die gezeigten Stellungen bestens bearbeitet werden.

Stellvertretend zur genannten Thematik möchte ich Beispiel 1 nennen.

Weiß versucht auf die Schwäche b6 des Schwarzen zu spielen, verpatzt durch ein falsches Abspiel die Stellung.

Letztendlich wird die Schwarze Schwäche aufgelöst, dafür im Gegenzug schwache Felder im weißen Lager geschaffen.

Eine indirekte Schwäche, der Punkt c4 ist der Knackpunkt des Ganzen. c4 wird von Schwarz kontrolliert, Weiß kann es nicht mittels b3 neutralisieren, sein Springer steht im Weg!

Solch ein Muster gilt es daher unter Anderem im Vorfeld in die Betrachtungen mit einzubeziehen!

Neben reichhaltiger Analysen verdeutlicht ICCF-GM Pirs mit seinen Kommentaren die Kernpunkte mit den damit verbundenen Gedankengängen.

 

Diese Stunde liefert dem fortgeschrittenen (Fern)Schachspieler viele und tiefgreifende Analysen zum Stellungsverständnis.

ICCF-GM Pirs zeigt in seinen Beispielen sehr schön die vielen, nicht auf den ersten Blick, wichtigen Punkte auf, die für eine gute Partieanlage in Frage kommen. Nebenbei wird die harmonische Wirkungsweise der Spielsteine demonstriert. ( Thema der Stunde vom 21.01.2019). Desweiteren gibt es noch viele andere Berührungspunkte, z.B. der Doppelbauer (04.02.2019).

So wird der logische Aufbau der gesamten Reihe vermittelt!

 

Es gibt viel zu erforschen, daher bis zum nächsten Male

S.Kietzmann